Legionärskrankheit

Gefährlich und gar nicht so fern

Der Name ist irreführend: Legionellen befallen nicht nur Legionäre. Obwohl in den südlichen Urlaubsländern weiter verbreitet, erkranken auch in Deutschland jedes Jahr mehrere tausend Menschen an der gefährlichen Legionärskrankheit. Immer wieder kommt es auch in Mitteleuropa zu Ausbrüchen der Krankheit, wie zuletzt Anfang August in der englischen Kleinstadt Barrow-in-Furness. Die Erreger fühlen sich vor allem in schlecht gewarteten Warmwasser-Leitungen zu Hause.

Legionella pneumoniae erregt die Legionärskrankheit. Bild: D. Knunkle
Legionella pneumoniae erregt die Legionärskrankheit. Bild: D. Knunkle

Ihren Namen haben die Legionellen von einer Versammlung amerikanischer Kriegsveteranen im Jahr 1976. Bei der Veranstaltung erkrankten über 200 Männer an einer rätselhaften Lungenentzündung. Weil die Erreger der Krankheit nicht auf das zur Therapie verwendete Penicillin ansprachen, starben schließlich 34 der Infizierten. Erst ein halbes Jahr später konnte der amerikanische Wissenschaftler Mc Dade den Erreger der Erkrankung charakterisieren: Es war ein stäbchenförmiges Bakterium, das sich im Menschen in bestimmten Zellen innerhalb der Lunge vermehrt. Inzwischen sind viele Legionellen-Arten bekannt, die für den Menschen bedrohlichste heißt Legionella pneumoniae.

Die häufigste Ansteckungsquelle für die Legionärskrankheit sind schlecht gewartete Klimaanlagen und sanitäre Anlagen. Unter natürlichen Umständen wachsen die Erreger in warmen Gewässern – entsprechend wohl fühlen sie sich in der Wasserversorgung, wenn die Temperatur dort zwischen 30 und 55°C liegt. Über 60°C sterben Legionellen langsam, über 70°C schnell ab. Regelmäßig entkalkte und mit heißem Wasser durchspülte Wasserleitungen sind daher unbedenklich.

Auch sind die Bakterien im Trinkwasser nicht grundsätzlich ein Problem. Verschluckte Erreger verursachen in aller Regel keine Symptome. Gefährlich sind Legionellae pneumoniae erst, wenn sie eingeatmet werden – etwa über den Dampf in der Dusche oder durch die feuchte Luft einer Klimaanlage. Auf diesem Wege gelangen die Bakterien in die Lunge und befallen dort bestimmte Immunzellen, die Monozyten. An der folgenden Lungenentzündung können unbehandelt bis zu 20 Prozent der Erkrankten sterben, vor allem, wenn die Betroffenen alt oder immungeschwächt sind.

Rechtzeitig erkannt, kann man die Legionärskrankheit meist erfolgreich mit Antibiotika behandeln – allerdings nicht mit Penicillin, sondern zum Beispiel mit Erythromycin. Weil die Symptome jedoch sehr lange einer Erkältung ähneln, wird die Infektion oft erst spät entdeckt.

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