HIV und AIDS – Die Bestie aus dem Busch

In der kurzen Zeit seit seiner Entdeckung im Jahr 1983 erlangte HIV traurige Berühmtheit in doppeltem Sinne. Trotz unzähliger Aufklärungskampagnen breitet es sich vor allem im Afrika und Asien immer noch fast ungebremst. aus – weltweit infiziert sich schätzungsweise alle 15 Sekunden ein Mensch mit dem gefährlichen Erreger. Und obwohl HIV inzwischen das besterforschte Virus überhaupt ist, gibt es nach wie vor kein Medikament gegen die Krankheit, die HIV auslöst: gegen AIDS .

Hochgefährlich ist HIV vor allem, weil es unter anderem Zellen des Immunsystems befällt, die eigentlich für seine Bekämpfung hauptverantwortlich wären, die T-Zellen. Spezielle Proteine auf der Virusoberfläche heften sich dazu an bestimmte Rezeptoren der Zellen. Der Erreger schleust daraufhin seine Erbinformation in die Wirtszelle ein. Bevor diese dort die Virusproduktion ankurbeln kann, muss sie einmal umgeschrieben werden. Da die Zellmaschinerie dabei vergleichsweise viele kleine Fehler macht, entstehen schnell Virusvarianten mit veränderten Oberflächenstrukturen, die das Immunsystem immer wieder in die Irre führen. Die fertigen Viren werden schließlich aus den Wirtszellen ausgeschleust, um immer wieder weitere Opfer zu befallen. Allerdings können die Erreger auch jahrelang in den T-Zellen schlummern. Die Betroffenen sind dann zwar HIV-positiv und können andere Menschen anstecken, fühlen sich aber meist gesund.

Mit fortschreitender Erkrankung werden allerdings immer mehr T-Zellen zerstört. Fällt ihre Zahl von etwa 800 bis 1000 pro Milliliter Blut bei einem Gesunden auf unter 200 bedeutet dies nach Definition der Weltgesundheitsbehörde den Beginn der Krankheit AIDS. Das Immunsystem des Patienten ist dann fast völlig lahm gelegt; ansonsten harmlose Infektionen werden lebensgefährlich. Beispielsweise leiden die Betroffenen an schweren Lungenentzündungen, verschiedenen Pilzerkrankungen, Hautkrebs oder Tuberkulose.

Ärzte können zur Zeit lediglich den Ausbruch der Krankheit verzögern. Medikamente, die HIV eine Zeitlang in Schach halten können, behindern den Vermehrungszyklus des Erregers. AZT (Azidothymidin), das als erstes Medikament erfolgreich gegen HIV eingesetzt wurde, gleicht beispielsweise einem Baustein der Erbsubstanz. Wird es bei der Fortpflanzung des Virus in dessen Genom eingebaut, wird die Vermehrung gehemmt. Dieser Effekt hält jedoch nicht unbegrenzt an. Weil das Virus seine Hülle rasch verändern kann, gibt es trotz intensiver Forschung auch noch keinen Impfstoff gegen HIV.

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