Guillain-Barré-Syndrom

Kurzschluss mit FolgenMarkus Babbel 1996 als Nationalspieler

„Fußball ist nicht das Wichtigste“, sagte der Nationalspieler Markus Babbel in einem Interview der „Netzeitung“. Der Grund für diese Einsicht: Babbel leidet an dem Guillain-Barré-Syndrom. Bei dieser seltenen Nervenkrankheit greift das eigene Immunsystem die Isolierschicht der Nerven an – mit teils fatalen Folgen


Babbel lag wochenlang in einem Münchner Krankenhaus. Seine Beine waren gelähmt, er konnte nicht ohne Hilfe gehen. Trotzdem ist der behandelnde Arzt zuversichtlich, dass Babbel in einigen Monaten wieder Fußball spielen kann. Obwohl es für das Guillain-Barré-Syndrom keine medizinischen Heilungsmöglichkeiten gibt, werden die meisten Patienten von selbst wieder gesund. Die Zeit bis dahin kann jedoch sehr unterschiedlich sein: In schweren Fällen kann die Rehabilitation Jahre dauern, oft bleiben gar irreparable Schäden zurück.

Die eigentliche Ursache für die Krankheit ist noch völlig ungeklärt. Meist tritt das Guillain-Barré-Syndrom nach Infektionen oder Operationen auf, ohne dass ein bestimmtes Bakterium oder Virus eindeutig mit der Krankheit in Verbindung gebracht werden können. Bekannt ist lediglich, dass es sich um eine so genannte Autoimmunkrankheit handelt. Dabei richtet sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper – genauer gesagt gegen die Myelinscheiden der Nerven. So entsteht letztlich in der Nerven ein Kurzschluss, und die Reize können nicht mehr weiter geleitet werden.

.Die “saltatorische Erregungsleitung”: Der Reiz wird von einem Ranvier-Schnürring zum nächsten übertragen (siehe Ausschnitte unten).

Ein Nervenreiz besteht aus einer lokalen Ladungsumkehr an der Membran der Nervenzelle. Bei Wirbeltieren ist der lange Fortsatz der Nerven, das so genannte Axon, von Schwann-Zellen umkleidet. Diese Zellen bestehen fast ausschließlich aus Myelin und isolieren die Nerven voneinander. Zusätzlich sorgen sie für eine schnelle Reizübertragung: Der Reiz muss nicht entlang des ganzen Nerven geleitet werden, sondern „springt“ von einer Lücke in der Myelinscheide (dem so genannten Ranvier-Schnürring) zur nächsten. Diesen Vorgang nennt man „saltatorische Erregungsleitung“.

Beim Guillain-Barré-Syndrom greift das Immunsystem diese Myelinscheide an und erzeugt eine Entzündung. Die Schwann-Zellen werden daraufhin abgebaut. Es entsteht ein Kurzschluss: Die Nervenreize werden nicht weiter geleitet, und die betroffenen Körperteile sind gelähmt. Auch können Reize auf falsche Nervenbahnen geleitet werden.

Entsprechend drastisch können die Symptome des Guillain-Barré-Syndroms sein. Sie reichen von leichten Taubheitsgefühlen – Mediziner vermuten, dass besonders leichte Varianten der Krankheit gar nicht erkannt werden – bis hin zu lebensgefährlichen Lähmungen der gesamten Körpermuskulatur. Nicht wenige Patienten müssen beatmet werden, weil ihre Atemmuskulatur gelähmt ist. In besonders schweren Fällen werden Kranke in ein künstliches Koma versetzt.

Markus Babbel, der zur Zeit beim FC Liverpool unter Vertrag steht, hat Glück im Unglück: Bei ihm verläuft die Krankheit relativ milde. Allerdings hatte der Europameister von 1996 schon seit August wegen einer gefährlichen Virusinfektion seine Karriere unterbrechen müssen. Für letzten Dezember hatte er mit einem Comeback gerechnet – das wird er nun verschieben müssen.

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17 Kommentare zu Guillain-Barré-Syndrom

  1. inceoglu sagt:

    leider hat meine vater dieser krankheit liegt im koma
    brauche ratschläge was wir machen können

  2. sylvia degbe sagt:

    Mein Mann liegt seit Montag auf der Intensivstation mit Lähmungen an den Beinen und Armen.Heute haz sich sein Zustand drastisch verschlechtert so das man ihn ins künstliche Koma gelegt hat und er wird künstlich beatmet.Er bekommt jeden zweiten Tag eine Plasmapharese.Wie lange hält dieser Zustand an?Und kann diese Krankheit einen tödlichen Verlauf haben?

  3. Ben sagt:

    Die Lähmung schreitet bei meinem Großvater immer weiter fort. Stimmt es , dass man ab einem bestimmten Alter gar nichts mehr macht? Wie sind die Heilchancen? Wird er daran sterben?

  4. Christiane Fritz sagt:

    hallo
    meine Mutter hat auch diese Krankheit, sie konnte nicht mehr laufen dann kam sie ins Krankenhaus dort hat sie so spezielle Infusionen bekommen aber sie nahm oder nimmt immer mehr ab. mitlerweile wiegt sie nur noch 37 kg. bis gestern war sie in der Reha in Haage und seit heute wieder im Krankenhaus, da ihre Weißen Blutkörperchen (die Werte) immer rauf und runter gehen. jetzt dachten wir es geht wieder Bergauf mit ihr und dann sowas, fast konnte sie wieder laufen. jetzt ist die Theapie unterbrochen und wir wissen nicht wie es weiter geht. besonders wissen wir nicht was das mit den Blutwerten auf sich hat. kann uns einer evt einen Rat geben

  5. mary sagt:

    kann dise virus ibtrachba? oder in der familie sain

  6. Tanja Schuster sagt:

    Hallo,
    mein Sohn 3,5 Jahre ist vor 2 Wochen dran erkrankt. Hat jemand Erfahrung mit dieser Krankheit bei Kindern oder Tipps für den weiteren Verlauf. Man sagte uns er wird wieder ganz fit, aber man liest soooo viel.

  7. marc sagt:

    hallo , meine ex-frau (und mama meines sohnes) ist daran anfang februar erkrankt …. ging auch rapide bergab damals …. 5 wochen krankenhaus und 5 wochen reha und sie ist fast zu 100% wieder fit … die verlaufsformen sind krass unterschiedlich …. bei einer bekannten hat das ganze über 1 jahr gedauert … wünsche allen betroffenen viel glück und gute besserung.

  8. Dani sagt:

    Meine 2 1/2 jährige Tochter ist am 19. Mai am Guillain-Barre-Syndrom erkrankt. Gibt es jemanden dessen Kind auch diese Erkrankung hat zum Erfahrungsaustausch.
    meine mail adresse d.pretschuh@mfl.at

  9. Bernd sagt:

    Hallo zusammen,

    ich bin selbst Ende März an GBS erkrankt. Angefangen mit schweren Beinen und Lähmungen in den Händen, die sich dann über den Schultergürtel und den ganzen Körper ausbreiteten.
    Da ich Klavier spiele (professionell) in ich sehr empfindlich und habe die ersten Anzeichen sehr schnell bemerkt, es allerdings auf ein Antibiotikum geschoben (als Nebenwirkung). Nach drei Tagen Erstsymptomen bin ich ins Krankenhaus, gleich dort geblieben, am 4. Tag gabs Immungluboline. Am 5. Tag der IG-Behandlung (Ostermontag) stoppte der negative Verlauf. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich 3L Vitalkapazität, gehen, kaum möglich (zur Toilette), Greifen der Hände fast auf Null, Arme schwach, stehen, sitzen nur schwer etc. ich war also kurz vor der intensivstation. Trotzdem stoptte die Verschlechterung und ab dem 8. Tag bewusster Erstsymptome ging es bergauf.
    Heute nach 4 Monaten sieht man es nicht wenn man es nicht weiß, aber ich habe nach wie vor große Einschränkungen in den Händen, außerdem Schultergürtel, Beine, besonders Fußheber und Rumpfmuskulatur sind noch sehr geschwächt. Ich bin in Hannover unter Beobachtung eines Musikmediziners, der mir heute nochmal deutlich sagte: Nerven brauchen bei dieser FOrm der Erkrankung ca. 1mm pro tag zur Erholung! das bedeutet bei mir für die Feinmotorik der Hände, dass vom Rückenmark bis zur Fingerspitze durchaus 3 jahre vergehen können bis alles wieder normal ist.

    Wichtig wäre folgendes: Es kommt immer darauf an was man vorher gemacht hat. Ein Bauarbeiter wird einen anderen Anspruch an die Handmotorik haben als ich als Pianist. Das IST einfach so. Man kann sich also subjektiv gut fühlen obwohl man Defizite hat, oder subjektiv schlecht obwohl vieles wieder gut ist. Ich habe Musik und Sport studiert. Für mich sit die Erkrankung mit ihren Symptomen der Supergau im Körper… das wichtigste ist: man braucht Geduld…!!! und eine gute Physiotherapie mit Spazialisierung auf neuro-Erkankungen. Dehnen des Körpers und Aktivierung der Muskulatur und der Nerven ist unglaublich wichtig.
    Ich befinde mich gerade in der Wiedereingliederung, werde diese aber wsl abbrechen, da ich körperlich überfordert bin. Ich werde außerdem eine Psychotherapie beginnen, da die Erkrankung mich letztendlich doch sehr belastet…

    Insgesamt möchte ich aber darauf hinweisen, dass -insbesondere bei jungen Menschen- die vollständige Heilung möglich ist. Die Resteinschränkungen werden -je nach Typ wie oben bereits erklärt- ganz unterschiedlich empfunden.

    Insgesamt sollte man die Erkrankung ernst nehmen, und je nach Verlauf bleibt einem auch nichts anderes übrig. Aber das wichtigste ist nach wie vor 1. Geduld, 2. Geduld, 3. Geduld. und die Erfolge werden sich einstellen.

    bei Fragen einfach email an: GBSselbsthilfe@googlemail.com

  10. Bernd sagt:

    an Mary: es ist KEIN Virus!!! Es ist eine Erkrankung die man bekommt, weil das Immunsystem geschwächt ist. meistens hat man vorher eine Erkrankung der oberen Atemwege oder eine magen-Darm-Erkrankung, oft ohne Fieber.

    Es ist NICHT ansteckend! Der Körper greift sich selbst an! Aber dies kann gestoppt werden.

  11. Kemal Aktas sagt:

    Mein Papa ist am 07.07.2010 an GBS Leider Gestorben .
    Ich hoffe das alle anderen Betroffenen gesund werden und zu Ihren Familien zurückkehren können.

  12. Mari sagt:

    Hallo ,
    mein Vater ist am 1.1.11 ins Krankenhaus gekommen. Er konnte schon 3 Tage vorher seine Beine nicht mehr spüren. Ich mache mir Vorwürfe warum ich ihn schon zu diesem Zeitpunkt nicht ins krankenhaus gebracht habe. Sein Zustand verschlechtert sich von Tag zu Tag. Alle sagen mir und meiner Familie, das es besser wird und die Heilungschancen bei 100 % liegen. Aber jetzt lese ich zunehmens das man daran auch sterben kann. Ich bete darum, das es nicht soweit kommt.

  13. Herbert Domnick sagt:

    Ich bin leider auch am 04.07.2010 an GBS erkrankt.War dann 1,5 Wochen im Krankenhaus wo man meine Krankheit gleich erkannte und ich mit Immunglobin behandelt wurde.Dann kam ich zur Reha nach Malente wo ich nach 4 Wochen langsam mit den Rollato laufen konnte.Es folgte 3Wochen Reha in Bad Segeberg wo ich langsam selbsständig laufen konnte.Auch heute habe ich noch Schwierigkeiten in Beine und Arme auch meine Operation mußte bis Februar zurück stellen. Nun habe ich gelesen das man durch Immunadsorption noch weiter geholfen werden kann was aber leider nicht von der Krankenkasse bezahlt wird.Ich wünsche alle die auch die Krankheit haben alles gute.

  14. Beate sagt:

    Ich finde gerade markus babbel ist ein ziemlich gutes Beispiel, das die Krankheit ein durchaus positives Ende nehmen kann. Alles Betroffenen und ihren Angehörigen wünsche ich viel Mut und Kraft.

  15. Siggi sagt:

    Ich bin vor 2 Jahren an GBS erkrankt. Bin Anfang März 2009 ins Krankenhaus, konnte kaum noch laufen. Wurde dann mit Immunglobulinen behandelt und lag 13 Tage auf der Intensivstation. Bin anschließend sofort in eine Reha-Klinik. Mein Zustand verschlechterte sich nach 10 Tagen erneut und ich musste für 1 Woche wieder zurück in die Klinik. Danach wieder in die Reha-Klinik zurück. Ich war kpl. gelähmt, konnte nur noch den li. Arm schwach anheben. Zusätzlich halbseitige Gesichtslähmung. Die Ärzte machten mir Mut und meinten ich brauche nur Geduld und nochmals Geduld. Nach 7 Monaten konnte ich dann nach Hause und war in der Lage mich in der Wohnung wieder selbständig zu bewegen. Heute nach 2 Jahren kann ich sagen die Ärzte hatten Recht. Man brauch wirklich Geduld… aber auch den Willen wieder alles zu erlernen. Das erforderte manchmal schon sehr viel Kraft. auch heute habe ich noch Defezite, z.B. eine Fußhebeschwäche, Sensibilitätsstörungen und teilweise starke Missempfindungen in den Füßen, die das Laufen dann sehr erschweren. Auch heute nehme ich noch regelmäßig Medikamente, ohne die ich leider noch nicht auskommen kann. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass auch dies alles noch besser werden wird.

  16. Nicole sagt:

    Ich selbst hatte GBS 2006. Ich war komplett gelähmt. Ich habe ungefähr ein Jahr lang gebraucht um wieder fit zu werden. Heute bin ich sportlicher denn je, gebe Pilateskurse und gehe normal arbeiten. Und ich erwarte mein erstes Kind :))

    Gebt nicht auf!!!!!! Diese Krankheit ist heilbar!!!!!

    Liebe Grüße und viiiiiiel Gesundheit wünscht Euch Nicole :)))

  17. caroline sagt:

    Mein Vater liegt in Wels im Krankenhaus+Er hatte einen 4fach Beipass und erkrankte danach in einem rapidem Tempo und auf die ddrastischste Form an GBS!
    Innerhalb 3 Tagen nach den ersten Symptomen konnte er selbst nichtmehr atmen und wurde in einen künstlichen Tiefschlaf gelegt!
    Auch die Terapie mit Immunglobulinen wurde gemacht, und sonst noch alles mögliche!!
    Heute haben die Aerzte versucht in von der Beatmungsmaschiene zu nehmen, da es schien das er selbst atmen könne.Er bekam aber solche Probleme, Atemnot Panikataken usw das man ihn wieder sedierte!!
    Jetzt sagen die Arzte das noch eine Blutwäsche gemacht wird und wenn das nichts hilft, können sie nichts mehr tun für ihn!!

    Das kann doch nicht sein, das sie meinen Vater einfach aufgeben!!!!!!!!!!!!!!!!
    Er hat 11 Kinder grossgezogen, mit einer Führsorge,mit Liebe, mit Geduld und oft unvorstellbarem Verständniss!!!
    Er hat sein leben lang gearbeitet, war immer für jeden da, war bis auf ein Streiferle immer kern gesund, er raucht nicht, er trinkt alle paar Monate mal ein kleinen Roten, er fährt nicht mehr $Auto, nur Bus aber meistens zu Fuss und ist doch erst 67 JAhre jung!!
    Das können Die doch einfachnicht machen, oder??
    Weiss vielleicht jemand, einen Arzt irgnetwehn an den ichmich wenden kann, der meinen Vater nicht aufgibt, der wirklich alles versucht??? BITTE!! Ich weiss nicht mehr weiter!!

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