Diabetes – Zwei Ursachen – eine Krankheit

Über fünf Millionen Menschen leiden in Deutschland an Diabetes, 175 Millionen sind es weltweit – Tendenz steigend. Denn die häufigste Form der Zuckerkrankheit ist in erster Linie ein Wohlstandsleiden. Fettreiches Essen, Übergewicht, Bewegungsmangel und steigende Lebenserwartung sind die wichtigsten Gründe, dass sich der früher „Alterszucker“ genannte Diabetes-Typ 2 immer weiter ausbreitet. Vom selteneren „juvenilen“ Diabetes-Typ 1 ist dagegen nur jeder zwanzigste Zuckerkranke betroffen.

Eine Oberflächen-Darstellung des Insulin-Moleküls
Eine Oberflächen-Darstellung des Insulin-Moleküls

Die Zuckerkrankheit hängt eng mit dem Hormon Insulin zusammen, welches zusammen mit seinem Gegenspieler Glucagon unseren Zuckerhaushalt regelt. Das Hormon Glucagon ist ein Hungersignal: Es wird von der Bauchspeicheldrüse bei niedrigem Blutzuckerspiegel vermehrt gebildet. Glucagon bewirkt, dass die Leber gespeicherte Glukose ins Blut ausschüttet, damit Muskeln, Organe und vor allem das Gehirn ausreichend mit Energie versorgt bleiben.

Ist der Blutzuckerspiegel dagegen hoch, bildet die Bauchspeicheldrüse vor allem den Sättigungsanzeiger Insulin. Dieses Hormon wird in den Inselzellen (auch Betazellen genannt) der Bauchspeicheldrüse gebildet und bewirkt das Gegenteil von Glucagon: Es sorgt bei reichlicher Nahrung dafür, dass der Körper den Zucker aus dem Blut verwertet und zugleich Reserven für schlechtere Zeiten anlegt. Diabetiker vom Typ 1 produzieren zu wenig oder gar kein Insulin, beim Typ 2 reagiert der Körper nicht (mehr) auf das Hormon.

Die Hormone Insulin und Glucagon regeln den Zuckerhaushalt in unserem Körper. Insulin ist dabei ein Sättigungsanzeiger, Glucagon ein Hungersignal.
Die Hormone Insulin und Glucagon regeln den Zuckerhaushalt in unserem Körper. Insulin ist dabei ein Sättigungsanzeiger, Glucagon ein Hungersignal.

Die Folge ist in beiden Fällen ein zu hoher Blutzuckerspiegel. Bei Gesunden schwankt dieser Wert zwischen 60 Milligramm Glukose pro 100 Milliliter (mg/dl) Blut in nüchternem Zustand und bis zu 140 mg/dl kurz nach dem Essen. Liegen die Werte dauerhaft darüber, leidet das Kreislaufsystem darunter: Zucker zieht Wasser und lässt das Blut dicker werden, es fließt daher langsamer und kann leichter verklumpen – Durchblutungsstörungen sind das Resultat.

Erste Auswirkungen solcher Durchblutungsstörungen sind zum Beispiel ein langsamer Wundverschluss, Lähmungserscheinungen und ein geschwächtes Immunsystem. Doch häufig bleibt es nicht dabei: Herzinfarkt, Nierenversagen, Schlaganfall, Amputationen oder Erblindung können im schlimmsten Fall die Folge sein, wenn der Diabetes nicht rechtzeitig erkannt wird.

Der Diabetes-Typ 1 ist eine Autoimmunkrankheit: Das eigene Immunsystem zerstört dabei die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse. Diese Zuckerkranken sind daher meist ihr Leben lang auf Insulin-Zufuhr von außen angewiesen. Der Grund für die Krankheit ist unbekannt – als Verursacher stehen unter anderem Infektionen in Verdacht. Aktuelle Therapieansätze konzentrieren sich vor allem darauf, die Inselzellen wieder herzustellen – zum Beispiel durch Transplantation gesunder Organe oder Zellen. Versuche mit Stammzell- oder Gentherapie stecken noch in den Anfängen.

Der bayerische Wirtschaftsminister Dr. Otto Wiesheu beim Blutzuckertest auf der vCell.Ausstellung im Deutschen Museum München
Der bayerische Wirtschaftsminister Dr. Otto Wiesheu beim Blutzuckertest auf der vCell.Ausstellung im Deutschen Museum München

Typ 2-Diabetiker dagegen haben genug Insulin im Blut, aber die Körperzellen reagieren kaum noch darauf. Dafür gibt es verschiedene Gründe; der seltene Schwangerschaftsdiabetes etwa verschwindet meist nach der Geburt von selbst wieder, kann aber während der Schwangerschaft ohne richtige Behandlung zu schweren Schäden beim Kind führen. Klar ist auf jeden Fall, dass Übergewicht und familiäre Veranlagung die größten Risikofaktoren sind, am Diabetes vom Typ 2 zu erkranken. Oft bleibt dieser Wohlstandsdiabetes zu lange unentdeckt, und gefährliche Folgeerkrankungen drohen. Rechtzeitig erkannt, lässt er sich jedoch oft schon durch sinnvolle Ernährung und Bewegung unter Kontrolle halten.

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6 Kommentare zu Diabetes – Zwei Ursachen – eine Krankheit

  1. Heidi sagt:

    Gibt es eigentlich schon Erfahrungen zur Einnahme von Colostrum (sog. „Erstmilch“) in Verbindung mit Diabetes??

    Gruss
    Heidi

  2. melanie sagt:

    wie merke ich ohne zu testen ob ich diabetes habe oder nicht

  3. Vanessa,23 sagt:

    gibt es Typische oder sichere Anzeichen die einen Selbst darauf folgern lassen Diabetis zu haben oda das die Krankheit Ärztlich festgestellt wurde ?

  4. Candy sagt:

    ist einen großen teller nudeln. bekommst du innerhalb zwei stunden hunger und bekommst massiven durst wäre das ein erstes indiz. bist du ständig müde, schlapp hast kopfschmerzen evtl auch.

  5. Gert von Kunhardt sagt:

    Seit über 20 Jahren beweist Prof. Dr. med. Sailer, Chefarzt in Bad Neustadt, daß Diabetes II vollständig durch Bewegung geheilt werden kann.

  6. Ira sagt:

    Nicht bewältigte Konflikte, darausfolgend schwache Drüsentätigkeit, begleitend ein Übermass an stärkehältigen Kohlehydraten, Aminosäuremängel….
    welche zu (systemischen) Parasitosen führen (Pankreasegel, etc.).
    Fragen Sie Ihren Tropenmediziner, Veterinär und Energetiker.
    Da sind Sie besser aufgehoben als beim „Gemeinen Medicus“.

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