Aspirin – Der Blockbuster

Schmerzen können unerträglich sein. Wer beispielsweise einen Tag lang starke Zahnschmerzen hat, möchte glatt die Wände hoch gehen! Und trotzdem sind Schmerzen nützlich, denn sie schützen uns vor Verletzungen und Krankheiten: Der Zahnschmerzgeplagte geht zum Zahnarzt, bevor der gesamte Kiefer vereitert ist; einen verstauchten Knöchel wird man tunlichst schonen, weil er sonst noch mehr weh tut.

Pillen

Wer Schmerzen mit einem Medikament lindern möchte, dem kann der Apotheker lange Regale voller verschiedener Mittel anbieten. Eines der bekanntesten ist Acetylsalicylsäure (ASS z.B. in Aspirin®). Seit über 100 Jahren ist dieser Wirkstoff in Gebrauch; er hemmt Schmerzen und Entzündungen und lindert Fieber. Es dauerte allerdings bis 1971, ehe man den Wirkungsmechanismus aufklären konnte.

ASS hemmt die Synthese von Prostaglandinen im Körper. Diese Gruppe ungesättigter Fettsäuren wird von fast allen Körperzellen produziert. Prostaglandine wirken in extrem geringer Konzentration und spielen bei den verschiedensten Körperfunktionen eine Rolle. Außerdem wirken Prostaglandine an der Blutgerinnung mit. ASS verhindert deshalb die Blutgerinnung, indem sie die Blutplättchen leicht verändert und so ihr Zusammenklumpen unterbindet. Aus diesem Grund verabreicht der Notarzt einem Patienten mit Verdacht auf Herzinfarkt sofort eine Infusion mit Acetylsalicylsäure – mit Blutgerinnseln verstopfte Gefäße sollen sich damit wieder öffnen. In geringer Konzentration hilft ASS auch bei chronischen Durchblutungsstörungen im Gehirn.

Wenig überraschend, dass ein so vielfältiges Medikament für seine Erfinder eine echte Goldgrube ist – Aspirin® war jahrelang der Prototyp eines Blockbusters, also eines weltweit konkurrenzlosen Produktes. Am häufigsten kommt der vielseitige Wirkstoff wohl gegen alltägliche Kopfschmerzen zum Einsatz. Wer allerdings zu häufig zur ASS-Tablette greift oder wer einen empfindlichen Magen hat, muß mit unangenehmen Nebenwirkungen rechnen: Sodbrennen, Magenschmerzen und winzigen Blutungen der Magenschleimhaut.

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