Wilde Party mit Folgen – tropische Korallenarten befruchten beim Massensex auch mal den Falschen und bringen Mischformen hervor. Dennoch gelingt es ihnen, die Charakteristika der eigenen Art zu bewahren. Der Trick: Sie zeugen unfruchtbare, unsterbliche Klone.
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Typische Hirschhorn-Koralle in der Karibik: dünne, verzweigte Äste (Foto: Science/S. Vollmer)
Sterile Hybride – Maultiere der Meere
Dictyostelium discoideum – mal Pilz, mal Amöbe
Der zelluläre Schleimpilz Dictyostelium discoideum befindet sich an der Grenze zwischen einzelligen und vielzelligen Organismen: Bei Nahrungsknappheit bilden die einzelnen Amöben einen hochspezialisierten Verband, in dem sich viele Zellen opfern, um das Fortbestehen einiger weniger zu sichern.
Alzheimer-Impfung
Erfolge mit Alzheimer-Impfung bei Mäusen
Amerikanische Forscher haben durch eine Impfung die Gedächtnisleistung bei Mäusen mit der Alzheimer-Krankheit deutlich steigern können. Behandelt wurden die Tiere mit speziellen Antikörpern, die an die lösliche Form des Alzheimer-Proteins binden. Aus den Ergebnissen ergeben sich auch neue Hinweise auf die Ursache der Krankheit.
Meiose – Nie ganz der Papa
Männer sind eigentlich überflüssig. Vermehren könnten sich die Frauen auch ohne sie. Aus jeder einzelnen Körperzelle kann theoretisch ein Mensch entstehen – so wie das Klonschaf Dolly aus einer Euterzelle seiner Mutter entstanden ist. Wozu also der Umstand? Die geschlechtliche Fortpflanzung, bei der mütterliche und väterliche Erbanlagen verschmelzen, erhöht die genetische Varianz einer Population. Anders ausgedrückt: Ohne sie wären wir alle eineiige Zwillinge.
Geschlechtsbestimmung
Wer zu spät kommt, wird ein Männchen
Das Bakterium Wolbachia dürfte eines der am weitesten verbreiteten Bakterien der Erde sein. Weltweit infiziert es Millionen von Insektenarten und anderen Wirbellosen. Für seine weitere Verbreitung greift Wolbachia denn auch zu außergewöhnlichen Mitteln: Es manipuliert das Geschlecht der Nachkommen seines Wirtes zu seinem Vorteil.
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Hopper aus dem Film ´Antz´: Ein ganzer Kerl – dank Wolbachia?
Harvard-Krebsmaus – 10 Jahre Streit
Für die einen war es ein Durchbruch für die Wissenschaft, für die anderen ein Dammbruch für Patente auf Leben. Fest steht, dass die Entscheidung des Europäischen Patentamtes vor 10 Jahren ein Signal war. Am 13. Mai 1992 wurde das erste Säugetier in Europa patentiert: Die „Harvard-Krebsmaus“.
Hautkrebs – Der Weg zur individuellen Tumortherapie
Das Maligne Melanom ist die gefährlichste Art von Hautkrebs: Über 10.000 Menschen erkranken jedes Jahr daran in Deutschland, etwa 2000 davon tödlich. Forscher konnten nun zeigen, dass in zwei Dritteln aller Fälle eine einzige Mutation für die Entartung der Hautzellen verantwortlich ist – und damit neue Wege für die Therapie weisen.
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Alzheimer-Therapie
Ohne Klebstoff keine Klumpen
Mit einer neuen Strategie rücken Forscher den schädlichen Protein-Ablagerungen zu Leibe, die Alzheimer, Diabetes und andere Krankheiten begleiten: Sie entziehen diesen so genannten Amyloid-Plaques den molekularen Klebstoff. In ersten Tests an Tieren und Menschen ließ sich die Bildung der Plaques auf diese Weise stoppen und teilweise sogar rückgängig machen.
Nanoarchaeum equitans
Die kleinsten Lebewesen der Welt
Auf dem Punkt am Ende dieses Satzes hätte eine halbe Million von ihnen bequem Platz. Sie leben in kochendem Wasser und lieben Schwefel, Wasserstoff und Kohlendioxid. Sie kleben stets an ihrem etwas größeren Verwandten Ignococcus, zu Deutsch „Feuerkugel“. Und sie sind eine wissenschaftliche Sensation: Das Bakterium, das Regensburger Forscher 120 Meter tief im Meer nördlich von Island gefunden haben, ist ein lebendes Fossil und zeugt vermutlich von den Anfängen des Lebens auf der Erde.
Genexpression – Mehr als Gene
Das Erbgut von Mensch und Schimpanse ist zu 98,7 Prozent identisch. Bisher war es den Forschern ein Rätsel, wie aus den verbleibenden 1,3 Prozent die geistigen und körperlichen Differenzen zwischen Affe und Mensch entstehen – schließlich unterscheiden sich schon zwei Fruchtfliegen in durchschnittlich einem Prozent ihres Erbgutes. Max-Planck-Wissenschafter haben nun heraus gefunden, dass für dieses Phänomen nicht nur die Gene selbst, sondern auch deren Benutzung entscheidend ist.