Malaria – Versteck in der Zelle

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Im Jahr 1945 verursachte die weltweit häufigste Tropenkrankheit auch im Südwesten Deutschlands eine Epidemie. Über drei Wochen lang war das Thermometer jeden Tag auf über 25 ºC geklettert, damit waren die Temperaturansprüche des Malariaerregers erfüllt und das „Sumpf-„ oder „Wechselfieber“ konnte sich schlagartig verbreiten.

Ausgelöst wird die Erkrankung durch verschiedene Stämme eines Sporentierchens der Gattung Plasmodium. Übertragen werden sie durch die Stechmücke Anopheles – allerdings nur durch die Weibchen. Die Spezialität des Malaria-Erregers ist ein komplizierter Lebenszyklus, mit dem es ihm weitgehend gelingt, sich vor der menschlichen Immunabwehr zu verstecken.

Malaria-krankes Kind in Nigeria (Foto: WHO/Pierre Virot)
Malaria-krankes Kind in Nigeria (Foto: WHO/Pierre Virot)

Sticht eine infizierte Anophelesmücke zu, überträgt sie mit ihrem Speichel die asexuelle Form der Plasmodien. Mit dem Blutstrom wandert diese in die Leber, wo sie sich erst einmal einnistet und kräftig vermehrt. Zurück im Blut befällt sie die roten Blutkörperchen, in denen sie sich weiter vermehrt. Dabei entsteht die geschlechtliche Form der Plasmodien, die zeitweise frei im Blut schwimmt und von dort durch die Anophelesmücke mit einem Stich wieder aufgenommen werden kann. Im Mückenmagen entwickelt sich aus der geschlechtlichen wieder die ungeschlechtliche Form der Plasmodien und der Kreislauf beginnt von neuem.

Weltweit erkranken jedes Jahr 300 bis 500 Millionen Menschen an Malaria, die meisten an der Malaria tertiana, bei der an jedem dritten Tag ein Fieberschub auftritt. Obwohl dies für die Patienten höchst unangenehm ist, ist diese Form der Malaria selten lebensbedrohlich. Oft tödlich verläuft allerdings die schwerste Form, die Malaria tropica, an der jedes Jahr rund eine Million Menschen sterben. Sie löst unregelmäßige Fieberschübe oder anhaltend hohe Temperatur aus. Die von den Plasmodien befallenen Blutkörperchen verkleben die Blutgefäße. Die Milz vergrößert sich und es kommt meist zu schweren Komplikationen an Gehirn, Herz, Kreislauf, Leber und Nieren. Frühzeitig erkannt ist jedoch auch die Malaria tropica heilbar.

Tropenreisende sollten sich vorbeugend mit Medikamenten gegen Malaria schützen. Allerdings sind viele Erregerstämme bereits resistent gegen die gebräuchlichsten Wirkstoffe. Zur Behandlung von Malaria müssen deshalb oft Mittel mit erheblichen Nebenwirkungen eingesetzt werden. Auch viele Insektenvernichtungsmittel, die in den betroffenen Gebieten die Anophelesmücken ausrotten sollten, sind inzwischen wirkungslos, weil die Mücken gegen die Gifte resistent sind.

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