„Fußball ist nicht das Wichtigste“, sagte der Nationalspieler Markus Babbel in einem Interview der “Netzeitung”. Der Grund für diese Einsicht: Babbel leidet an dem Guillain-Barré-Syndrom. Bei dieser seltenen Nervenkrankheit greift das eigene Immunsystem die Isolierschicht der Nerven an – mit teils fatalen Folgen
Babbel lag wochenlang in einem Münchner Krankenhaus. Seine Beine waren gelähmt, er konnte nicht ohne Hilfe gehen. Trotzdem ist der behandelnde Arzt zuversichtlich, dass Babbel in einigen Monaten wieder Fußball spielen kann. Obwohl es für das Guillain-Barré-Syndrom keine medizinischen Heilungsmöglichkeiten gibt, werden die meisten Patienten von selbst wieder gesund. Die Zeit bis dahin kann jedoch sehr unterschiedlich sein: In schweren Fällen kann die Rehabilitation Jahre dauern, oft bleiben gar irreparable Schäden zurück.
Die eigentliche Ursache für die Krankheit ist noch völlig ungeklärt. Meist tritt das Guillain-Barré-Syndrom nach Infektionen oder Operationen auf, ohne dass ein bestimmtes Bakterium oder Virus eindeutig mit der Krankheit in Verbindung gebracht werden können. Bekannt ist lediglich, dass es sich um eine so genannte Autoimmunkrankheit handelt. Dabei richtet sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper – genauer gesagt gegen die Myelinscheiden der Nerven. So entsteht letztlich in der Nerven ein Kurzschluss, und die Reize können nicht mehr weiter geleitet werden.
Ein Nervenreiz besteht aus einer lokalen Ladungsumkehr an der Membran der Nervenzelle. Bei Wirbeltieren ist der lange Fortsatz der Nerven, das so genannte Axon, von Schwann-Zellen umkleidet. Diese Zellen bestehen fast ausschließlich aus Myelin und isolieren die Nerven voneinander. Zusätzlich sorgen sie für eine schnelle Reizübertragung: Der Reiz muss nicht entlang des ganzen Nerven geleitet werden, sondern “springt” von einer Lücke in der Myelinscheide (dem so genannten Ranvier-Schnürring) zur nächsten. Diesen Vorgang nennt man “saltatorische Erregungsleitung”.
Beim Guillain-Barré-Syndrom greift das Immunsystem diese Myelinscheide an und erzeugt eine Entzündung. Die Schwann-Zellen werden daraufhin abgebaut. Es entsteht ein Kurzschluss: Die Nervenreize werden nicht weiter geleitet, und die betroffenen Körperteile sind gelähmt. Auch können Reize auf falsche Nervenbahnen geleitet werden.
Entsprechend drastisch können die Symptome des Guillain-Barré-Syndroms sein. Sie reichen von leichten Taubheitsgefühlen – Mediziner vermuten, dass besonders leichte Varianten der Krankheit gar nicht erkannt werden – bis hin zu lebensgefährlichen Lähmungen der gesamten Körpermuskulatur. Nicht wenige Patienten müssen beatmet werden, weil ihre Atemmuskulatur gelähmt ist. In besonders schweren Fällen werden Kranke in ein künstliches Koma versetzt.
Markus Babbel, der zur Zeit beim FC Liverpool unter Vertrag steht, hat Glück im Unglück: Bei ihm verläuft die Krankheit relativ milde. Allerdings hatte der Europameister von 1996 schon seit August wegen einer gefährlichen Virusinfektion seine Karriere unterbrechen müssen. Für letzten Dezember hatte er mit einem Comeback gerechnet – das wird er nun verschieben müssen.

April 28th, 2007 at 10:59 pm
leider hat meine vater dieser krankheit liegt im koma
brauche ratschläge was wir machen können
Juni 21st, 2007 at 7:23 pm
Mein Mann liegt seit Montag auf der Intensivstation mit Lähmungen an den Beinen und Armen.Heute haz sich sein Zustand drastisch verschlechtert so das man ihn ins künstliche Koma gelegt hat und er wird künstlich beatmet.Er bekommt jeden zweiten Tag eine Plasmapharese.Wie lange hält dieser Zustand an?Und kann diese Krankheit einen tödlichen Verlauf haben?
Juli 2nd, 2008 at 4:33 pm
Die Lähmung schreitet bei meinem Großvater immer weiter fort. Stimmt es , dass man ab einem bestimmten Alter gar nichts mehr macht? Wie sind die Heilchancen? Wird er daran sterben?
August 22nd, 2008 at 1:16 pm
hallo
meine Mutter hat auch diese Krankheit, sie konnte nicht mehr laufen dann kam sie ins Krankenhaus dort hat sie so spezielle Infusionen bekommen aber sie nahm oder nimmt immer mehr ab. mitlerweile wiegt sie nur noch 37 kg. bis gestern war sie in der Reha in Haage und seit heute wieder im Krankenhaus, da ihre Weißen Blutkörperchen (die Werte) immer rauf und runter gehen. jetzt dachten wir es geht wieder Bergauf mit ihr und dann sowas, fast konnte sie wieder laufen. jetzt ist die Theapie unterbrochen und wir wissen nicht wie es weiter geht. besonders wissen wir nicht was das mit den Blutwerten auf sich hat. kann uns einer evt einen Rat geben
Januar 23rd, 2009 at 7:21 pm
kann dise virus ibtrachba? oder in der familie sain
März 12th, 2009 at 1:41 pm
Hallo,
mein Sohn 3,5 Jahre ist vor 2 Wochen dran erkrankt. Hat jemand Erfahrung mit dieser Krankheit bei Kindern oder Tipps für den weiteren Verlauf. Man sagte uns er wird wieder ganz fit, aber man liest soooo viel.
April 28th, 2009 at 8:35 pm
hallo , meine ex-frau (und mama meines sohnes) ist daran anfang februar erkrankt …. ging auch rapide bergab damals …. 5 wochen krankenhaus und 5 wochen reha und sie ist fast zu 100% wieder fit … die verlaufsformen sind krass unterschiedlich …. bei einer bekannten hat das ganze über 1 jahr gedauert … wünsche allen betroffenen viel glück und gute besserung.