Ein Mann, zwei Nobelpreise: Dem britischen Forscher Frederick Sanger verdanken wir unser molekularbiologisches Alphabet. Seine Erkenntnisse ebneten den Weg, die Geheimnisse des Lebens biochemisch zu verstehen.
Frankenstein ist ein Virus
Fast 200 Jahre nach der literarischen Erfindung Frankensteins ist es Forschern tatsächlich gelungen, ein Lebewesen künstlich herzustellen. Mit Hilfe einer Bauanleitung aus dem Internet, frei zugänglichen Genom-Daten sowie gewöhnlichen, biochemischen Labormaterialien haben sie ein Polio-Virus nachgebaut. Ihre Absicht: Eine Warnung an die Menschheit.
Für die einen war es ein Durchbruch für die Wissenschaft, für die anderen ein Dammbruch für Patente auf Leben. Fest steht, dass die Entscheidung des Europäischen Patentamtes vor 10 Jahren ein Signal war. Am 13. Mai 1992 wurde das erste Säugetier in Europa patentiert: Die „Harvard-Krebsmaus“.
Ohne Klebstoff keine Klumpen
Mit einer neuen Strategie rücken Forscher den schädlichen Protein-Ablagerungen zu Leibe, die Alzheimer, Diabetes und andere Krankheiten begleiten: Sie entziehen diesen so genannten Amyloid-Plaques den molekularen Klebstoff. In ersten Tests an Tieren und Menschen ließ sich die Bildung der Plaques auf diese Weise stoppen und teilweise sogar rückgängig machen.
„Wem gehört das Genom?“ Dieser Frage widmet sich Prof. Joseph Straus vom Münchner Max-Planck-Institut für Patentrecht in einem viel beachteten Aufsatz. Tatsächlich bewegt das Thema nicht nur die Patentämter. Von Kritikern wie Greenpeace in die öffentliche Diskussion gerückt, streiten längst nicht mehr nur Fachleute darüber, was in der belebten Natur patentierbar ist und was nicht. Im Dickicht von Rechtslehre, Ethik und Ideologie den Überblick zu behalten, wird immer schwieriger.
Aufsatz Prof. Joseph Straus – Wem gehört das Genom? – Einleitung
Forschung und Gesellschaft, Genomstation No Comments »Dieser Frage stellt sich Prof. Joseph Straus vom Münchner Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Patent-, Urheber- und Wettbewerbsrecht in seinem Aufsatz. Darin beleuchtet er alle Facetten der Debatte um Biopatente – vom Besitzanspruch auf die eigenen Gene bis zur möglichen Beschränkung der Grundlagenforschung durch Patente.
Bald 24-Stunden-Service?
Wissenschaftlern ist es gelungen, das Verfahren zur Entschlüsselung von Erbgut-Sequenzen deutlich zu beschleunigen. Durch weitgehende Automatisierung soll es möglich sein, das gesamte Erbgut eines Menschen in weniger als 24 Stunden zu sequenzieren. Zum Vergleich: Am Humangenomprojekt arbeiteten Hunderte von Wissenschaftlern zehn Jahre lang, bis der erste Entwurf des menschlichen Genoms vorlag.
Der texanische Beitrag zum Heimtiermarkt
Amerikanische Wissenschaftler haben zum ersten Mal eine Hauskatze geklont. Auf dem Kätzchen mit dem Namen “Cc” ruhen vor allem finanzielle Hoffnungen: Die beteiligten Firmen sehen im Klonen liebgewonnener Haustiere einen lukrativen Zukunftsmarkt. Experten warnen jedoch vor neuen ethischen Problemen. Zudem dürften viele hoffnungsvolle Katzenbesitzer von dem Ergebnis des Experiments enttäuscht sein, denn Cc sieht keineswegs genauso aus wie seine Mutter.
Die DNA für die Entschlüsselung des menschlichen Genoms stammte von anonymen Spendern – beim öffentlichen Humangenomprojekt genauso wie bei ihrem Wettbewerber, der Firma Celera Genomics. Nun ist es zumindest bei Celera mit der Anonymität vorbei: Der Chef selbst, Craig Venter, hat sich in amerikanischen Medien als der hauptsächliche Spender geoutet. Immerhin weiß die Welt jetzt, dass Venter ein erhöhtes Alzheimer-Risiko hat.
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Craig Venter
von Svante Pääbo
“Warum sind gewisse Errungenschaften – die erste Mondlandung, die erste Atomspaltung, die Bestimmung der menschlichen Genom-Sequenz – durchtränkt von emblematischer Bedeutung? Ich glaube, der Grund liegt darin, dass derartige Ereignisse unsere Einstellung uns selbst gegenüber verändern. (…)
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