Was lebt, vermehrt sich. Selbst die Viren, die keinen eigenen Stoffwechsel haben, erfüllen diese einfache Regel: Ihr einziges Lebensziel ist die eigene Reproduktion. Ohne Vermehrung gibt es also kein Leben – aber Sex ist dafür eigentlich nicht nötig.
Eine neue Dimension von Sex
Dass Bakterien Sex haben können, ist seit 55 Jahren bekannt – wenn man dafür den Begriff von “Sex” weit genug fasst. Nun haben haben amerikanische Forscher Bakterienzellen mit Hamsterzellen in flagranti erwischt: Die Bakterien hatten Teile ihres Erbguts auf die Tierzellen übertragen. Für viele Forschungsbereiche von der Medizin bis zur Gentechnik könnte diese Entdeckung weit reichende Folgen haben.
Professor Axel Ullrich erhielt den mit 120.000 DM dotierten Robert-Koch-Preis für seine Verdienste in der Tumorforschung und der Entwicklung neuer Medikamente gegen Krebs.
Außer Kontrolle
Quaddeln auf der Haut, Durchfall, Schnupfen, Asthma bis hin zum lebensbedrohlichen Schock – das alles sind Symptome von Allergien. Mindestens 20 Millionen Bundsbürger sind mit diesen Leiden heute vertraut, Tendenz steigend.
Der Senat der Max-Planck-Gesellschaft hat einen neuen Präsidenten gewählt: Professor Peter Gruss vom Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen wird im Juni nächsten Jahres die Nachfolge von Professor Hubert Markl antreten. Damit steht ein international ausgezeichneter Entwicklungsbiologe an der Spitze von Deutschlands größter Forschungsgemeinschaft.
Eine Chemotherapie tötet Zellen, die sich teilen. Deshalb wird sie gegen Tumore eingesetzt, denn Krebszellen teilen sich unkontrolliert. Doch zugleich greift die Therapie auch normale teilungsfähige Körperzellen an, wie etwa in Haarwurzeln oder Darmschleimhaut – schwere Nebenwirkungen sind meist die Folge. Weit spezifischer könnten Viren wirken: Wenn es gelingt, sie so zu verändern, dass sie nur Tumorzellen befallen, könnten sie zielsicher töten. Forscher haben nun gezeigt, dass dies für bestimmte Tumorarten möglich ist.
Influenzaviren sind besonders begabte Verwandlungskünstler: Von einer Generation zur nächsten verändern sie ihre Hülle oft so geschickt, dass das menschliche Immunsystem keine Chance mehr hat, die Eindringlinge rechtzeitig zu erkennen und zu bekämpfen. Immer wieder kommt es deshalb zu Grippeepidemien mit Millionen Todesopfern.
Chopin ist ihr erlegen und Tschechow auch. Franz von Assisi hat sie genauso dahin gerafft wie Madame Pompadour. Auch Friedrich Schiller ist ihr Opfer, während sie Goethe, der sich ebenfalls ansteckte, verschont hat. Noch 1882, als Robert Koch den Grund ihres Wirkens entdeckte und als „säurefesten, fiedelbogenartig gekrümmten Bazillus“ beschrieb, tötete die Tuberkulose ein Siebtel der Deutschen und war Europas häufigste Todesursache.
Die Waffen der Mediziner
Alle hier gezeigten Antibiotika wirken in erster Linie bakteriostatisch, hemmen also das Wachstum der Bakterien, ohne sie abzutöten.
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