Wirkstoffe wie Chloramphenicol hemmen die Proteinsynthese in Bakterien. Max-Planck-Forscher konnten jetzt erstmals zeigen, wie das genau funktioniert. Die Erkenntnisse könnten auch für die Behandlung von von Infektionen mit dem Milzbranderreger Anthrax relevant sein.
Schützende Infektionen
Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern, die Bäume und die Blumen blühen – und schon juckt die Haut, läuft die Nase, schwellen die Augen. Für die über 20 Millionen Allergiker in Deutschland hat der Frühling nicht nur angenehme Seiten. Und das vermutlich nur, weil ihrem Immunsystem langweilig ist.
Vor wenigen Jahren konnten sich unter “Milzbrand” höchstens Mikrobiologen, Tierärzte und Abdecker etwas vorstellen: Die Erkrankung war in der Regel auf Rinder, Schafe und Ziegen beschränkt und so selten, dass nur bestimmte Berufsgruppen überhaupt damit in Kontakt kommen konnten. Das lag an den drastischen Folgen einer Milzbrand-Infektion. Hatte der Erreger Bacillus anthracis erst einmal sein Opfer befallen, war dieses meist innerhalb kürzester Zeit tot.
Zum hundertsten Geburtstag der Nobelpreise rückte ein besonders wichtiges Forschungsfeld in den Blickpunkt: Die Krebsforscher Leland H. Hartwell (USA) sowie R. Timothy Hunt und Sir Paul M. Nurse (beide Großbritannien) werden für ihre Erkenntnisse über den Zellzyklus und seine Kontrolle mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet.
Reiz-Gas Ozon: Jedes Jahr im Sommer beherrscht das Molekül mit den drei Sauerstoff-Atomen die Schlagzeilen. Vom Ozonloch bis zur Ozonprognose ist die seltsame Substanz dabei ein Widerspruch in sich, denn von ihr gibt es offenbar gleichzeitig zu viel und zu wenig. Tatsächlich schadet Ozon einerseits, wenn es da ist, und andererseits, wenn es fehlt – es kommt nur auf den Ort seiner Bildung an.
Das Genom verändert sich von einer Generation zur nächsten. Wichtige Einflüsse sind zum Beispiel der Austausch von Erbmaterial zwischen Chromosomen oder die Verdopplung von Genen bei der Zellteilung. Aus experimentellen Ergebnissen lässt sich abschätzen, dass sich etwa eines von 1000 Genen bei der Zellteilung spontan verdoppelt.
Im Jahr 1945 verursachte die weltweit häufigste Tropenkrankheit auch im Südwesten Deutschlands eine Epidemie. Über drei Wochen lang war das Thermometer jeden Tag auf über 25 ºC geklettert, damit waren die Temperaturansprüche des Malariaerregers erfüllt und das „Sumpf-„ oder „Wechselfieber“ konnte sich schlagartig verbreiten.
Tief im Nebennierenmark wird Adrenalin gebildet. Wenige Augenblicke später greift eine Oberschenkelmuskelzelle ihre Nahrungsreserven an. Dazwischen liegen: ein langer Weg, ein Rezeptor und das Signaltransduktionssystem der Zelle.
In der Bibliothek des Lebens
Der Zellkern ist die Schaltzentrale und die Bibliothek der Zelle. Hier laufen alle Befehle zusammen, hier werden alle wichtigen Entscheidungen gefällt. Und hier lagern die Bücher des Lebens und werden millionenfach gelesen und kopiert. Diese Bücher, die Chromosomen, enthalten das Erbmaterial der Zelle: Die Information auf den 23 Chromosomenpaaren im Kern einer einzigen, befruchteten Eizelle reicht aus, um aus dieser einen Zelle einen erwachsenen Menschen entstehen zu lassen.
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