Größenwahn – das war das Humangenomprojekt am Anfang für viele Wissenschaftler. Erstmals schlugen im Dezember 1984 amerikanische Wissenschaftler vor, alle drei Milliarden Bausteine des menschlichen Erbguts komplett zu entschlüsseln – eine für die damalige Technologie unlösbare Aufgabe. Doch das Projekt entwickelte sich: Von der fixen Idee Einzelner über ein mögliches nationales Großprojekt der USA hin zu einem Musterbeispiel erfolgreicher, weltumspannender Forschung.
Gläserner Mensch?
Jetzt wissen wir, dass wir noch nichts wissen. Die Biologie unseres Daseins ist viel komplizierter als die Forscher bislang dachten. Wir kennen den Bauplan des Lebens, aber wir verstehen ihn noch lange nicht. Das ist beruhigend.
Alle Menschen sind gleich – zumindest zu 99,9 Prozent ihrer Erbinformation. Jene 0,1 Prozent unserer Gene sind es, die unsere Individualität begründen, die Haarfarbe, Schuhgröße und Hautpigmentierung festlegen.
Die Träger dieser Erbinformationen sind die Chromosomen im Zellkern. Sie bestehen aus einem langen, vielfach aufgewickelten Doppelfaden eines kettenförmigen Moleküls, der DNA .
Klon ist nicht gleich Klon
“Cc”, die erste Klonkatze der Welt, hat dunkle Streifen in ihrem weißen Fell. Seine Erbgutspenderin Rainbow hingegen ist eine so genannte Schildpattkatze, hat also dreierlei Fellfarben: orange, dunkle Streifen und weiß. Die zwei Tiere sehen also unterschiedlich aus, obwohl sie genetisch identisch sind.
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